Gegen Rassismus und für Demokratie und Toleranz: Campus Efeuweg kann's!

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Die Schülerinnen und Schüler des Literaturclubs der Gemeinschaftsschule haben am 14.6. mit einem selbstorganisierten Fest auf dem Lipschitzplatz ein Zeichen gegen Rassismus und für Demokratie, Vielfalt, Toleranz und Menschlichkeit gesetzt.

Vorher hatten sie sich im Unterricht und im Literaturclub am Nachmittag monatelang mit den Themen Nationalsozialismus/Rassismus/Demokratie beschäftigt. Sie haben das Tagebuch der Anne Frank gelesen, sich über die Bücherverbrennung informiert und sich das Denkmal am Bebelplatz angeschaut und ein ein Konzentrationslager besucht. Danach haben sie sich mit Rassismus, Fremdheit und Flucht auseinandergesetzt. Um schließlich viel über Demokratie zu lernen. Sie waren im Bundestag, haben an Workshops im Deutschen Historischen Museum teilgenommen, haben sich auf die U-18-Wahl vorbereitet und natürlich selbst gewählt.

Und sie haben beschlossen, zum Abschluss des Schuljahrs laut einzutreten gegen Rassismus und ein Zeichen zu setzen für für Toleranz, Vielfalt und Demokratie. Am 14.6. wurde auf dem Lipschitzplatz das Sommerfest gegen Rassismus eröffnet.

"Der Literaturclub Campus Efeuweg, möchte Sie alle ganz herzlich zu unserem Sommerfest gegen Rassismus und für Demokratie und Toleranz hier in der Gropiusstadt begrüßen! Wir erleben leider immer wieder, dass nicht alle Menschen tolerant sind, dass sie andere ausgrenzen oder sich nicht integrieren möchten. Wir leben hier in Deutschland in einer Demokratie, das ist ein großes Geschenk, für das viele Menschen jahrelang gekämpft und sogar ihr Leben gelassen haben. Noch immer gibt es auf der Welt großes Unrecht, Kriege und Menschen dürfen ihre Meinung nicht frei äußern. Sie bekommen vorgeschrieben, wen sie heiraten sollen oder welchen Beruf sie erlernen sollen.

Aber wir sind eine fortschrittliche Generation und wollen und müssen für unsere Zukunft etwas tun. Hier in unserem Kiez leben viele Menschen verschiedenster Religionen, Kulturen, Anschauungen und Lebensauffassungen. Wir sind selbst jetzt an einem Punkt angekommen an welchem wir unser Leben in die Hand nehmen müssen: als selbst entscheidende, selbstdenkende, freie Menschen in unserem Land. Wir alle müssen bestrebt sein, Vorurteile abzubauen, gemeinsam für demokratische Werte einzutreten und für ein tolerantes Verhalten zu sensibilisieren. Darum sind wir heute hier: Gemeinsam wollen wir feiern, zeigen, dass wir friedlich zusammenleben, dass es egal ist, welcher Kultur oder Religion wir angehören!

GEGEN RASSISMUS - für Demokratie und Toleranz:
Campus Efeuweg kann's!!"

Dem Bezirksbürgermeister Martin Hikel gefällt das Engagement der Schüler sehr. Und er erklärte, wie wichtig Vielfalt ist: "Ich bin sehr stolz darauf, dass wir in einem Land leben, wo einem keiner vorschreibt, woran man glauben soll. Ob das muslimischer Glauben ist, christlicher, jüdischer oder buddhistischer Glauben. Man kann sogar an Spaghettimonster glauben, wenn man will! ;-)
Wir leben in einem Bezirk mit 80 verschiedenen Religionsgemeinschaften, diese Glaubensvielfalt macht Neukölln aus. Den Anderen kennenzulernen, seine Identität und Religion zu respektieren - das ist aktives Miteinander und so nur in einer Demokratie möglich!" Er betonte, dass in einer Demokratie die Bürger auch mitbestimmen und mitgestalten können. Und sprach die Hoffnung aus, dass später eine/r der Schülerinnen und Schüler vom Campus Efeuweg an seiner Stelle stehen würde!
Zum Schluss dankte er u.a. auch der Leiterin des Literaturclubs, Anja Chrzanowski: "Sie sind ein Vorbild - solche Lehrer brauchen wir!"

Und dann wurde gefeiert: Es gab Rap-Musik, die Band "Timeless" spielte, ein Seifenblasenkünstler verwandelte den Lipschitzplatz in ein schillerndes Ereignis, das Kinder und Erwachsene begeisterte. Zum Abschluss stiegen dann viele bunte Luftballons zu Nenas 99-Luftballons-Song auf in den Himmel über dem Lipschitzplatz. Ein buntes Zeichen für Vielfalt und Toleranz!

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Mehrere Gropiusstädter Einrichtungen hatten sich dem Literaturclub angeschlossen und das Fest gegen Rassismus unterstützt: Der Integrationsverein ImPuls, die Stadtteilmütter, die Evangelische Kirche in der Gropiusstadt, die Katholische Kirchengemeinde St. Dominicus, das Selbsthilfezentrum Neukölln Süd. Gefördert wurde es über das Programm "Demokratie leben" über das Bezirksamt Neukölln von Berlin, Abt. Jugend und Gesundheit, durch das Nachbarschaftsheim Neukölln e.V. und das Quartiersmanagement Gropiusstadt.

Fotos 1,2,5,6: U.Ungethüm, 3,4,10: Anja Chrzanowski
Alle anderen Fotos: Marie-Luise Chrzanowski