Streetsoccer – fairplay

Warum?
Streetsoccer ist seit mehreren Jahren ein Medium, das in der pädagogischen Arbeit mit SchülerInnen erfolgreich eingesetzt wird. Verschiedenste Themen und komplexe Inhalte werden dabei aufgegriffen und so orientiert an der Lebenswellt von Kindern und Jugendlichen vermittelt. Grundlagen des FairPlay, der Umgang mit Konflikten, Fußballfans als Jugendkultur, Selbstorganisation, gemeinsames Aushandeln von Regeln oder der Umgang mit Diskriminierung sind nur einige Beispiele für die Themen die so behandelt werden können.

Menschen mit unterschiedlicher Herkunft sollen in der Lage versetzt werden, Gemeinsamkeiten zu entdecken, sich zu verständigen und trotz bestehender Unterschiede bezüglich religiösem oder soziokulturellem Hintergrund respektvoll und freundschaftlich miteinander umzugehen.

Bei der Durchführung von lebensweltorientierten Streetsoccer-Projekten handelt es sich um Angebote, bei denen es darum geht, benachteiligten Schülerinnen und Schülern Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu vermitteln, die Entwicklung der Gruppenfähigkeit und die Übernahme von Verantwortung zu entwickeln sowie ein tolerantes und interkulturelles Miteinander zu fördern.

Die Schüler_innen die an diesen Angeboten teilnehmen, kommen häufig aus mehrfach belasteten Familien und einem Milieu, das von Bildungsferne, Nationalitätenkonflikten, Armut, Gewalt, Diskriminierung und Perspektivlosigkeit geprägt ist. Im Schulalltag werden diese vielschichtigen Konflikte sichtbar, können jedoch nur sehr begrenzt erfolgreich bearbeitet werden, weil eine Grundhaltung unter den SchülerInnen besteht, die formales Lernen und eine Integration in Schule und Gesellschaft kaum ermöglicht.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass insbesondere informelle Bildung im Kontext Streetsoccer gerade diesen Jugendlichen ermöglicht, ihre Fähigkeiten und Ressourcen zu entdecken, weil sie hier als Persönlichkeit Räume haben, in denen sie sich ausprobieren und sich als wertgeschätztes Individuum wahrgenommen wahrnehmen können. Daraus entsteht im besten Fall eine stärkere Einbindung, Teilhabe und aktive Beteiligung in den Schulalltag. Gerade die besonderen Rahmenbedingungen im Ganztag bieten für die Umsetzung dieser Ziele eine gute Grundlage.

Projektbeschreibung
Fußball soll als Medium für FairPlay, Integration und Konfliktlösungen genutzt werden. Zu diesem Zweck kann Streetsoccer in verschiedenen Formen in die Gestaltung des Ganztags einbezogen werden. Zum Beispiel im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften auf Grundlage des FairPlay Gedankens, der Etablierung einer Pausenliga oder der regelmäßigen Durchführung von Turnieren.

Vorgeschichte/Ausgangssituation
Südstadt e.V. hat im Rahmen von Schulsozialarbeit in Neukölln bereits diverse Fußball-Projekte, Arbeitsgemeinschaften und –Aktionen organisiert. Auch im Streetsoccer-Bereich nimmt der Träger mit Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 – 18 Jahren regelmäßig an verschiedenen Turnieren teil, die im Mittelpunkt den FairPlay-Gedanken hatten.

Rahmenbedingungen/Kooperation
Mit dem Träger EPAS e.V. besteht bereits seit mehreren Jahren eine enge Kooperation. Weitere Kooperationspartner wie zum Beispiel regionale Sportvereine oder weitere Träger der Jugendhilfe und Jugendclubs können bei Bedarf mit „in´s Boot geholt werden“.

Umsetzung/Methoden
Die Umsetzung und die zur Anwendung kommenden Methoden orientieren sich dabei stets an den konkreten Anforderungen und Rahmenbedingungen vor Ort. Die Grundlage ist aber immer eine Kommunikation auf Augenhöhe mit allen Beteiligten.

Ausblick
Südstadt e.V. sieht Streetsoccer als ideales Medium, um Schüler_innen „spielerisch“ pädagogische Inhalte zu vermitteln. Die Arbeit im Sozialraum und das Erweitern des Netzwerkes der beteiligten Kooperationspartner soll dabei sukzessive ausgebaut werden.